28
Mai

Kritik am Größensystem bestehend aus Unterbrustumfang und Brustumfang

Dieses System ist nicht ohne Kritik. Die Angaben zur Messung in der entsprechenden Norm sind sehr ungenau. Auch die Angaben auf diversen Hersteller- und Händlerwebseiten sind entweder ungenau oder variieren in ihrer Empfehlung stark.

Bei der Messung des Unterbrustumfangs wird überwiegend empfohlen straff zu messen. Die Angaben reichen aber auch bis hin zu „Maßband fast zerreißen“. Wird keine Angabe gemacht, können viele Frauen von einem lockeren Anliegen des Maßbandes ausgehen. Somit entstehen Variationen von 5 % bis 20 %.

Bei Messung des Brustumfangs reichen die Empfehlungen von Messen im Liegen, über Messen bei hängenden Brüsten, zur Messung bei angehobenen Brüsten oder Messung in einem gut passenden BH. Eine weitere Erschwernis beim Finden der richtigen BH-Größe können neben unterschiedlich großen (asymmetrischen) Brüsten auch zeitlich begrenzte Schwankungen in der Brustgröße darstellen.

Faktoren mit Einfluss auf die Brustgröße
  • allgemeine Gewichtszu- oder -abnahme
  • allgemeine hormonelle oder zyklusbedingte Veränderung
  • Schwangerschaft
  • zyklusbedingte Wassereinlagerung
  • sexuelle Erregung

Zusätzlich ist der Atemzustand nicht standardisiert. Nach dem Einatmen wird ein deutlich größerer Umfang gemessen als nach dem Ausatmen.

BH-Größen, die nach unterschiedlichen Messmethoden und bei unterschiedlicher Füllung der Lunge mit Luft ermittelt werden, variieren in mehreren Größen des Unterbrustbandes und noch deutlicher in der Körbchengröße.

Hinzu kommt, dass die Anatomie des menschlichen Körpers nur begrenzt normierbar ist. Deswegen bieten Tabellen nur Richtwerte und können das individuelle Körperempfinden nicht ersetzen.

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